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Der Running Gag "am Schluss"

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Kategorie: Gebrue

Erstellt von: gebrue

Seit rund zehn Tagen gehört die fünfte Ausgabe des Thuner Sommer-Festivals „Am Schluss" der Geschichte an. Manch einer mag sich in den vergangenen Jahren gefragt haben, wie der Anlass denn eigentlich zu seinem Namen gekommen ist. Weil das einstige Vorgängerfestival, dessen Bühne mitten in der Aare schwamm, den Namen „Im Fluss" trug, könnte man zum Schluss kommen, dass darauf ein Reim gesucht wurde. Pädu Anliker, Betreiber der Café Bar Mokka und Organisator des Festivals, sagte damals in einem Interview mit dieser Zeitung wiederum, dass „am Schluss die gewinnen, die es ernst meinen, die mit Herzblut dabei sind".

 

 

Eine weitere Erklärungsmöglichkeit ergibt sich, wenn man beobachtet, was oftmals am Schluss von „Am Schluss"-Konzerten passiert. Klar steigt der Geräuschpegel des Publikums, das um jeden Preis eine Zugabe hören will, ordentlich an. Aber das allein ist noch nicht der springende Punkt. Im gleichen Mass, wie die Menge bemüht ist, das Ende der Show so weit wie möglich hinauszuzögern, sind die Künstler auf und Anliker hinter der Bühne bestrebt, den Anlass pünktlich zu beenden. Denn um zehn Uhr ist „am Schluss" Schluss - und das am liebsten mit der Präzision einer Schweizer Armbanduhr. Die beste Dramaturgie zu diesem erbarmungslosen Countdown hat 2009 Sängerin Erika Stucky beim neu interpretierten Woodstock-Konzert von Jimi Hendrix geboten. Fuchtelnd und drängend schaute sie immer wieder auf ihre Uhr und schaffte es wirklich, ihre Musiker dazu zu bringen, um exakt zehn Uhr den letzten Ton zu spielen.

 

 

Das von den Behörden pingelig durchgesetzte Zeitfenster hat sich in den vergangenen Jahren - wenn auch nicht immer so stilsicher wie bei Erika Stucky - zum heimlichen Running Gag von „Am Schluss" gemausert. In südländischen Feriendestinationen erklingt Strassenmusik von kleineren Festivals meist bis weit in die Nacht hinein. Um zehn Uhr sind die Feierlichkeiten noch in vollem Gang, wenn sie nicht sogar eben erst begonnen hat. Weil in Thun der Tourismus allem Anschein nach ebenfalls gross geschrieben wird und man sich scheinbar offen gibt, hinterlässt diese Regelung einen sehr schalen Nachgeschmack. Und man kann nur hoffen, dass am Schluss nicht die verlieren, die es theoretisch ernst gemeint hätten, junge Touristen nach Thun zu locken.

 

 

Gabriel Berger

 

Fabian"Morgi" Morgenthaler

Egau wo härä eim z Läbä verschlaht: Was im UNISONO bi Zäppu glehrt hesch, nimmsch irgendwie mit. D' Fröid ar Musig u ar Gitarre stirbt nie, glich i weli Richtig sech di Musiggschmack entwicklät. I däm Sinn het mir z' UNISONO vor fasch 14 Jahr ä grossi Tür göffnet!

Gitarrist bei "Skepsis"

www.skepsis.net